Bücher-Rezension
Manfred Spitzer: Plastik im Kopf, Droemer-Verlag, ISBN 978-3-426-57180-4, 24,-€
Manfred Spitzer ist bekannt für seine populären Büchern über die Erkenntnisse der
Gehirnforschung und über lebenslanges Lernen. Immer wieder wurden diese
kontrovers besprochen, einerseits weil er viele pädagogische Alltagserfahrungen mit
wissenschaftlichen Erkenntnissen unterfütterte, andererseits, weil er für die
‚fortschrittlichen‘ digitalen wirtschaftlichen Interessen keine Unterstützung leisten
wollte und konnte.
Sein neuestes Buch „Plastik im Kopf“ ist eine notwendige Lektüre für alle, die sich
mit dem Zusammenhang von Mikroplastik und Gesundheit beschäftigen. Im Buch
arbeitet er mit Forschungsergebnissen der letzten Jahre bis Mitte 2025. Seine
Thesen und Erkenntnisse sind verständlich und alle durch entsprechende Quellen
gesichert. Er verzichtet dabei auf (noch) nicht gesicherte kausale Zuweisungen und
bleibt klar, durch die Darstellung der Probleme die wissenschaftliche Untersuchungen
zum Thema Mikroplastik im Körper haben, da es eine junge Wissenschaft ist und nur
wenige standardisierte Verfahren existieren.
Er macht deutlich, wie Mikroplastik in verschieden Bereiche des Körpers gelangt und
verdeutlicht damit auch die gesundheitlichen Gefahren. War man lange Zeit der
Meinung, dass Mikroplastik für den Körper eher harmlos ist, da es sich auch im
Körper nicht auflöst, müssen wir jetzt davon ausgehen, dass Mikroplastik auch in
geringen Spuren im Körper wirksam ist. Und das heißt, es gefährdet unsere
Gesundheit.
Interessant finde ich, dass er auch auf die heftige Kritik an der Qualität der
wissenschaftlichen Untersuchungen über Plastik im Gehirn der britischen Zeitung
The Guardian vom 13.1. 2026 eingeht. Hier arbeitet er sehr genau aus, dass diese
Kritik unberechtigt ist und fasst die Argumente sehr gut zusammen.
Insgesamt ein spannendes Buch voller neuer Erkenntnisse und für Plastikfrei, Zero
Waste, Nachhaltigkeit eine wichtige Unterstützung für fundierte Diskussionen.
Einzig sein letztes Kapitel „Was tun?“, wo er Überlegungen anstellt, wie und ob man
plastikfrei leben kann… Hier sind wir (Zero Waste Germany u.a.) weiter und können
genauer argumentieren. Ein Austausch wäre gut.
Olaf Deller, 30.6.2026